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Die datengestütz te Hochschule

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Inhalt: › Wie Daten die digitale Transformation in der Bildung vorantreiben › Der Nutzen und Wert von Daten › Daten, Wandlungsfähigkeit und Agilität › Agilität für Daten › Wie nutzen wir Daten, um unsere Einrichtung anpassungsfähig zu machen? › Fazit › Über den Autor Schnelles Feedback Feedback bedeutet hier nicht, Studierende oder Mitarbeiter zu fragen, ob sie eine bestimmte Funktion oder IT-Anwendung mögen. Datenbewusste Einrichtungen nutzen eher ein quantitatives Feedback –eine Rückmeldung durch Auswertungen dessen, wie Studierende und Angestellte tatsächlich handeln –oder indem Messgrößen wie Trends im Lernverhalten untersucht werden. Viele Organisationen verbessern die Nutzerfreundlichkeit ihrer Webseiten durch A/B-Tests, also indem sie zwei Versionen eines Design- oder Nutzungsdetail parallel ausspielen. Üblicherweise ist eine Variante der aktuelle Stand der Webseite und der andere ein neues Detail in der Gestaltung, das man einführen möchte. Manche Nutzer bekommen Version A zu sehen, andere Variante B. Der Seitenbetreiber sammelt Daten über das Nutzverhalten und untersucht diese im Verhältnis zum gewünschten Ergebnis. Geht es etwa darum, eine Schaltfläche grün oder rot zu färben, um die Zahl der Klicks darauf zu steigern, dann zeigt man den einen Nutzern die grüne Version und den anderen die rote und schaut dann nach, welche Version mehr Klicks bringt. Expedia und Netflix sind Firmen die ständig A/B-Tests durchführen und dafür große Datenmengen aus einem Data Warehouse in der Cloud einsetzen. 11 Der leistungsfähige Ansatz, durch Feedback zu lernen und Prozesse anzupassen geht viel weiter als A/B-Vergleiche für Nutzeroberflächen. Pläne für neue studentische Angebote sowie Bildungsangebote für nicht-traditionelle oder erwachsende Lernende können etwa durch die Erstellung eines „Minimum Viable Product" getestet werden. Der Begriff steht für die kleinste und einfachste Version des Angebotes, mit der die Hochschule Informationen darüber sammeln kann, ob das Angebot Erfolg verspricht oder was geändert werden muss, um es erfolgreich zu machen. Strategien zur Steigerung der Vielfalt, neue Lern-Methoden, technologische Alternativen –all dies kann durch Versuche und Messungen getestet werden, um Unsicherheiten zu reduzieren. Der Schlüssel dazu liegt im Sammeln der Daten und deren Bereitstellung für Analysen. Der Einsatz der „Minimum Viable Products", also Testprodukte mit sehr kurzen Lebenszyklen, beschreibt Eric Ries in seinem Buch „The Lean Startup". 6 Laut Ries setze Unternehmen dabei jederzeit zwei Annahmen ein: Die Annahme des Wertes, den das geplante Produkt für die Kunden schafft, und eine Wachstumsannahme darüber, wie das Unternehmen es schaffen wird, „seinen Markt zu vergrößern", also wie gut es die Menschen dazu bringt, das Produkt auch tatsächlich zu nutzen. Das „Minimum Viable Product" ist das kleinste Produkt, das dem Startup Information darüber liefert, um die beiden Annahmen zu bestätigen oder sie zu widerlegen. Aufgrund dieser Informationen lassen sich Änderungen vornehmen und erneut am Markt testen. Diese Verfahren gelten nicht nur für Startups oder für die Entwicklung neuer Produkte. Sie haben sich auch zu einem zentralen Verfahren entwickelt, mit dem Unternehmen, Behörden und Hochschulen Agilität entwickeln, indem sie ihren Kurs immer wieder an die gewonnenen Erkenntnisse anpassen. Denkt etwa ein Institut darüber nach, für die eigenen Lehrkräfte und Mitarbeiter ein neues IT-System zu entwickeln, dann sollten Annahmen darüber existieren, welche betrieblichen Ergebnisse die Anwendung des IT-Systems liefern soll. Diese Annahmen sollten getestet werden und anhand der Testdaten mögliche Anpassungen erfolgen. Deshalb benötigt eine agile Arbeitsweise Daten. Um zu lernen und sich anzupassen, müssen Bildungseinrichtungen Daten über die Auswirkungen ihrer neuen Maßnahmen sammeln und diese nutzen, um die Maßnahmen zu bewerten. Agilität erfordert außerdem, dass eine Einrichtung Änderungen in ihrem Umfeld kontinuierlich wahrnimmt, entsprechend reagiert und ihre Ziele so stets optimal erreicht. Eine datengestützte Bildungseinrichtung macht also nicht nur ihre Daten agil, sondern nutzt Daten, um selbst agiler zu werden. 15 6. https://www.youtube.com/watch?v=k8PTetgYzLA.

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