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Die datengestütz te Hochschule

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Inhalt: › Wie Daten die digitale Transformation in der Bildung vorantreiben › Der Nutzen und Wert von Daten › Daten, Wandlungsfähigkeit und Agilität › Agilität für Daten › Wie nutzen wir Daten, um unsere Einrichtung anpassungsfähig zu machen? › Fazit › Über den Autor Der Nutzen und Wert von Daten Mithilfe von Daten können Bildungseinrichtungen ihre Lernende besser binden, die Vielfalt fördern, online und hybride Lernformate unterstützen, ihre Standorte nachhaltiger verwalten, Lernangebote personalisieren, den Betrieb effizienter gestalten und die Lernergebnisse verbessern. Es fiel ihnen allerdings bislang häufig schwer, Daten auf diese Weise zu nutzen, da diese ausschließlich im Zusammenhang mit dem Betrieb und Verwaltungsvorschriften betrachtet wurden. Hochschulen verpackten ihre Daten deshalb in einzelne, isolierte Datenbanken, die sich hervorragend für betriebliche Abläufe eigneten, aber weniger für ergebnisoffene Analysen. Das Gedankenmodell folgte operativen Aspekten wie etwa den Studenteninformationen, der Belegung von Kursen, Abrechnungen oder Stundenplänen. Die Daten wurden in Studenten-Informationssystemen (SIS), Lernmanagementsystemen (LMS) und anderen betriebs-und verwaltungsbasierten Datenbanken isoliert gespeichert. Der Einsatz von Daten als Basis für Entscheidungen und automatisierte Abläufe erfordert jedoch eine andere Denkweise wie auch eine andere Organisations- und Arbeitsstruktur. Daten dienen dabei nicht mehr einmaligen „Vorgängen" wie einer Immatrikulation oder dem Abschluss eines Kurses, sondern der Analyse und Interpretation. Sie haben damit einen Wert –über ihrem operativen Nutzen hinaus. Wie können wir diesen Wert messen –und wie lässt er sich steigern? Jeder Datenpunkt lässt sich prinzipiell in beliebig vielen Analysen einsetzen, etwa um Zielvorgaben oder Betriebsergebnisse voranzutreiben. Betrachten wir also Daten als eine Art Vermögen. Der Wert liegt darin, dass sich durch Analysen bestimmte Ziele wir erreichen lassen. Zur Verdeutlichung einige Beispiele: Eine führende australische Universität entwickelte gemeinsam mit dem Amazon Web Services (AWS) Partner Versent gezielte Interventionsprogramme, um Studierende zu binden und zu unterstützen. Sie erkannten damit, dass 16 % der Studierenden gefährdet waren, ihr Studium abzubrechen. Die gemeinsam entwickelten Interventionsprogramme sollen die Zufriedenheit der Studenten um 14 % steigern. Damit könnte die Universität bis zu 189 Millionen Dollar an Einnahmeverlusten vermeiden. Die US-amerikanische Oklahoma State University in Oklahoma City (OSU-OKC) nutzte Datenanalysen, um ihre Bildungsangebote mit denen anderer Universitäten in ihrem Bundesstaat zu vergleichen. Dank der Analyse öffentlich zugänglicher Daten aus 30 anderen Hochschulen kann die Leitung der Universität heute schneller und besser entscheiden, wie sie die Bedürfnisse ihrer Studenten optimal befriedigt. Der indische EdTech-Anbieter BYJU'S analysiert die Lerndaten von mehr als 15 Millionen Schülern, um deren Lernfortschritte zu personalisieren und ihnen ein individuelles Feedback zu geben. Die brasilianische Technologiefirma Betha Systems arbeitet gemeinsam mit den Bildungsministerien der Bundesstaaten daran, die Zahl der Studienabbrecher zu senken. Betha hat dafür ein Vorhersagemodell auf Basis von AWS entwickelt, das 17 verschiedene Variablen in den Datenprofilen tausender Studentenprofile auswertet. In der Pilotphase im ersten Jahr des Programms konnten die Schulen von Bombinhas, einer Stadt im Bundesstaat Santa Catarina, damit die Abwanderung von Studierenden bereits um 20 % reduzieren 3

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